Im Interview: Vanessa Althöfer | Personalreferentin inmediaONE (Bertelsmann)
Vanessa Althöfer ist Referentin im Bereich Personalgewinnung der inmediaONE GmbH – ein Unternehmen der zum Bertelsmann-Konzern gehörenden arvato-Gruppe, welches sich auf Wissensmedien spezialisiert hat. In unserem Local Professionals- Interview gibt sie über den Berufseinstieg und die Karrierechancen bei inmediaONE Auskunft.
Wie würden Sie Ihre Unternehmenskultur beschreiben?
Wir können uns da grundsätzlich auf die „Bertelsmann Essentials“ und auf unsere eigenen Leitlinien beziehen. Es ist bei uns ein besonderer Unternehmergeist zu spüren, der Kreativität fordert und fördert. Partnerschaftliches Zusammenarbeiten sowie leistungsorientiertes Arbeiten stehen im Mittelpunkt – vor allem ist uns aber der Spaß am Umgang mit Menschen wichtig. Wir wollen engagierte Mitarbeiter, die Freude an diesem Umgang haben und gerne verkaufen.
Wie rekrutieren Sie Ihre Bewerber?
Wir rekrutieren für unser Traineeprogramm Vertrieb / Sales auf den unterschiedlichsten Wegen, natürlich auch klassisch über Anzeigen in Online-Jobbörsen oder auch durch Zusammenarbeit mit dem Arbeitsamt.
Gibt es Programme, die mit Hochschulen zusammenarbeiten und über diesen Kanal Hochschulabsolventen werben?
Wir sind schon mehrfach auf Hochschulmessen vertreten gewesen, zum Beispiel auf der Hochschulmesse in Halle. Darüber hinaus arbeiten wir auch mit Hochschulteams an Universitäten zusammen, um dort einen direkten Kontakt zu den Studenten zu bekommen und die potenziellen Bewerber schon im Vorfeld ihres Abschlusses auf unser Unternehmen aufmerksam zu machen.
Haben Sie das Gefühl, dass sich die Bedürfnisse junger, qualifizierter Bewerber mit Hochschulabschluss geändert haben? Kommen Sie mit einer höheren Erwartungshaltung in das Bewerbungsgespräch?
Die meisten Bewerber suchen ein Unternehmen, in dem sie langfristig ihre Zukunft sehen und gestalten können und hoffentlich dort auch dementsprechend flexible Entwicklungsmöglichkeiten vorfinden. Interessant ist auch zu sehen, dass sich immer mehr Frauen auf Vertriebspositionen bewerben und dass der Frauenanteil in unserem Unternehmen insgesamt gestiegen ist.
Wie stellen Sie sich auf die unterschiedlichen Erwartungen ein?
Unser zwölfmonatiges Trainee-Programm bereitet unsere Trainees intensiv auf die Übernahme einer ersten Führungsverantwortung im Bereich Vertrieb und Sales vor.
Und was bieten Sie den Bewerbern mit dem Wunsch an, international tätig zu sein?
Wir sind ein Unternehmen, das im deutschsprachigen Raum tätig ist, also in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Wenn der Wunsch besteht, können wir in diesem Rahmen schauen, ob ein Einsatz in den genannten Nachbarländern möglich ist.
Wie ist die Relation zwischen Nachfrage und Ausbildungsangebot?
Die Nachfrage ist sehr groß und steigt stetig an, so dass wir sagen können, dass unser Trainee-Programm erfolgreich angenommen wird.
Vor diesem Hintergrund eines deutlichen Nachfrageüberhangs: Haben Sie das Gefühl, dass die Bewerber heutzutage besser auf das Bewerbungsgespräch vorbereitet sind?
Die meisten sind sehr gut vorbereitet, haben sich im Vorfeld über unser Unternehmen, die arvato und den Bertelsmann-Konzern insgesamt informiert. Durch die vielen Praktika, die heutzutage innerhalb des Studiums üblich sind, sind die Studenten insgesamt sehr gut auf den Einstieg in das Berufsleben gerüstet. Auch werden Nebenjobs während des Studiums in jeder Vita gern gesehen, besonders wenn sie einen inhaltlichen Bezug zum Studienfach haben.
Welche Entscheidungskriterien spielen neben der Internationalität eines Unternehmens für die Bewerber noch eine Rolle?
Meines Erachtens liegen die persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten an erster Stelle. Man studiert schließlich mit einem gewissen Grad an Ehrgeiz und einem spezifischen Ziel. Die Studenten möchten nach dem Abschluss weiterkommen und schnell und früh Verantwortung übernehmen. Ich denke, dass junge Bewerber deswegen ganz gezielt darauf schauen, ob ihnen ein Unternehmen sowohl inhaltliche Herausforderungen als auch frühe Verantwortung anbietet und ihr Interesse nicht nur einen hohen Einstiegsgehalt gilt.
Wie sind die Gehaltsentwicklungen bei den Neueinsteigern in den letzten fünf Jahren gewesen?
Die Einstiegsgehälter bei Neueinsteigern sind in den letzten Jahren konstant geblieben. Das Vergütungssystem in unserem Trainee-Programm Vertrieb/Sales ist von Anfang an zum Teil leistungsbezogen. Neben der Grundabsicherung kommen also noch zusätzliche leistungsbezogene Vergütungsbestandteile hinzu, die natürlich stark als Anreiz dienen.
4 Kommentare
1.
c. klein schrieb am 10. November 2009 um 11:57
Ein typisches Interview aufgewärmter Allgemeinplätze. Seit wann sind Strukturvertriebsjobs Führungspositionen? InmediaOne vertickert extrem überteuerte Lexikon-Schinken an ältere Menschen und nutzt dabei den Nostalgiefaktor von Büchern aus. Die angesprochenen Vertriebskräfte gehen sogar soweit, dass sie unangemeldet auf dem Grundstück erscheinen. Der Hinweis keiner weiteren Kontakte wird ignoriert.
2.
Daniel schrieb am 31. Mai 2010 um 11:37
C. Klein trifft es sehr genau. Inmediaone stellt im Regelfall Mitarbeiter bildungsferner Schichten an und probiert dies durch einige Hochschulabsolventen abzufedern. Im Prinzip ist man als Trainee einfach nur ein Tür-zu-Tür Vertreter für überteuerte Nachschlagewerke. Wer dafür gemacht ist Karriere machen.
3.
Jenny schrieb am 08. Dezember 2010 um 12:08
Hallo zusammen!
Ich werde gerade von inmediaONE GmbH als neue Mitarbeiterin angeworben und bin mir bei der Geschichte ziemlich unsicher…
Einerseits wird mir ein Produkt zum zukünftigen Verkauf vorgeschlagen, was wirklich nicht schlecht ist – im Gegenteil! Vielleicht habt ihr schon davon gehört: Scolaris & Prescolaris. Da ich Sozialassistentin gelernt und zuletzt im Vertrieb eines Großhandels als CallCenter-Mitarbeiterin gearbeitet habe, würde das komischer Weise sogar gut zusammen passen…:-$ Dazu kommt, dass ich nächstes Jahr sowieso gern nochmal ne kaufmännische Ausbildung machen wollte, um mir fundierteres Wissen anzueignen…und dann stehen da noch kostenlose Bildungswege von der IHK im Raum, die über die inmediaONE angeboten werden, die sich eigetlich auch nicht schlecht anhören, wenn man sich in ferner Zukunft sowieso Selbstständig machen möchte.
Kann mir vielleicht jemand einen Rat geben?
Ich kann mich hauptsächlich nicht mit dem Gedanken anfreunden, an einer Haustür zu klingeln, dort dann zu verkaufen und dann auch noch auf Verkaufszahlen angewiesen ist…:-( Obwohl man das theoritsch ja auch lernen kann. Und was vielleicht auch gar nicht so schlecht ist, wenn man vom Produkt überzeugt ist und Spaß am Umgang mit Menschen hat!?
Bitte schreibt mal eure Meinung dazu, würd mich drüber freuen!
LG Jenny
4.
Jerome schrieb am 09. April 2011 um 02:57
Die nehmen (leider) JEDEN,…
Drückervertriebe sind seit den Achtziger Jahren zwar im Abwind, aber Bertelsmann hats immer noch nicht gemerkt. Da wird nur die Führungsspitze wirklich gut versorgt, die Klinkenputzer zahlen meist drauf und sollen wie 1971 Lexikonbände an den Kunden bringen.
Finger weg, rate ich da!